Anja Silja
Die deutsche Sopranistin Anja Silja, geboren 1940 in Berlin, zählt zu den herausragendsten Künstlerpersönlichkeiten der Operngeschichte. Bereits mit 15 Jahren gab sie ihren ersten Liederabend und debütierte 1956 als Rosina in Rossinis Barbier von Sevilla am Staatstheater Braunschweig.
Ihr sensationeller Durchbruch gelang 1960 als Senta (Der fliegende Holländer) bei den Bayreuther Festspielen. Dieses Debüt begründete eine prägende, jahrelange Zusammenarbeit mit Wieland Wagner, der sie bis zu seinem Tod in fast all seinen Inszenierungen besetzte und ihr die großen Wagner-Partien europaweit anvertraute. Zuvor hatte sie schon mit 19 Jahren als Königin der Nacht (Die Zauberflöte) unter Karl Böhm an der Wiener Staatsoper Aufsehen erregt.
Anja Silja war Mitglied des Württembergischen Staatstheaters Stuttgart, gastierte als Salome an der Metropolitan Opera in New York und war regelmäßiger Gast beim Glyndebourne Festival. Ihr künstlerisches Schaffen ist auf zahlreichen Opernaufnahmen unter den bedeutendsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts dokumentiert.
Nach einem Regie-Debüt mit Lohengrin 1990 in Brüssel konzentrierte sich die Künstlerin wieder auf das Singen und erarbeitete sich erfolgreich zahlreiche anspruchsvolle Rollen im Charakterfach. Zu ihren jüngeren Engagements zählt die Rolle der Großmutter in HK Grubers Geschichten aus dem Wienerwald bei den Bregenzer Festspielen 2014 und in der Wiener Erstaufführung 2015.
Für ihre Verdienste um Kunst und Kultur wurde Anja Silja mit dem Bundesverdienstkreuz und 2011 mit dem Europäischen Kulturpreis ausgezeichnet.

